Migration in Frankfurt

Frankfurt ist die internationalste Stadt Deutschlands. Mehr als 180 Nationalitäten und viele Religionsgemeinschaften leben und arbeiten hier friedlich miteinander. Die gegenseitige Akzeptanz und Achtung der unterschiedlichen Lebensweisen ist die Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt.

Alle hier lebenden Menschen und Nationalitäten sollen sich in Frankfurt heimisch fühlen können. Wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration in die Gesellschaft, um nicht Außenseiter zu werden, ist die frühe Förderung der Sprachkompetenz. Es ist wichtig, dass Kindern ihre Muttersprache und die deutsche Sprache erlernen, um in unserer Stadt nach einem erfolgreichen Schulabschluss auch die Chance einer qualifizierten Ausbildung und Berufstätigkeit zu bekommen, das muss gefördert werden. Auch Erwachsenen, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, muss diese Chance geboten werden – Mama lernt deutsch – Papa auch!

Doch Spracherwerb alleine reicht nicht, nur wer sich am politischen Willenbildungsprozess, an den Ereignissen der Stadt beteiligen darf, wird eine Identität mit seiner zweiten Heimat entwickeln können. Deshalb sind Sozialdemokraten für zumindest das Kommunalwahlrecht für alle hier lebenden Migrantinnen und Migranten. Das allgemeine Wahlrecht ist eine längerfristige Forderung.

Wir halten es für richtig, wenn Migrantinnen und Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen und damit kundtun, dass Deutschland zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist. Aber wir wollen auch die Integration und rechtliche Gleichstellung der häufig schon seit vielen Jahren hier lebenden Menschen ohne deutschen Pass. Deshalb fordern wir weiterhin, das bereits bestehende kommunale Wahlrecht für EU-Bürgerinnen und –Bürger auf alle seit Jahren hier lebenden Nicht-EU-Bürger auszudehnen.

Selbstverständlich sind Vereine von Migranten wichtig. Sie bieten die Chance, die kulturelle Identität der Herkunftsländer zu pflegen. Aber Migranten müssen zugleich die Möglichkeit haben, am gesamten Kulturleben Frankfurts teilzunehmen. Dabei kommt der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen eine ganz besondere Bedeutung zu.

Das ökonomische Potenzial ausländischer Unternehmer sowie der Klein- und Mittelbetriebe ist wichtig für unsere Stadt. Beratung und Förderungsangebote für Existenzgründer müssen verstärkt auch auf ausländische Firmen ausgerichtet werden. Ausbildungsverbünde ausländischer Unternehmer sind besonderes zu unterstützen.

Stadtplanung und Wohnungspolitik müssen die soziale und kulturelle Konzentration von gleichartigen ethnisch-sozialen Gruppen verhindern und die notwendige Mischung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den Stadtteilen fördern. Wir können miteinander und voneinander lernen, wenn wir zusammen in den Stadtteilen leben und aufeinander zugehen.

Frankfurt soll zur bundesweiten Modellstadt für eine gelungene Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion werden, Darin liegt eine große Chance für unsere Stadt in einer globalisierten Welt.