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Rede in der Budge-Stiftung zum 9. November 2015

Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen.

An diesem Tag wurden im Verlauf der Geschichte Weichen gestellt, wurde Geschichte geschrieben.

Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die 1. Deutsche Republik aus mit den Worten: „Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue! Es lebe die deutsche Republik!“

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Die Grenzen öffneten sich, es folgte das wieder vereinigte Deutschland. Doch die Freude über den Fall der Mauer darf niemals den Gedanken an den 9. November 1938 verdrängen, denn dieser Tag war der Beginn des schlimmsten Völkermordes in der Geschichte der Menschheit.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November brannten die Synagogen in ganz Deutschland. Sie brannten überall zur gleichen Zeit, bestens organisiert von der NSDAP und Staatsbediensteten.

Im letzten Jahr (2014) hielt Buddy Elias, der Cousin von Anne Frank, die Gedenkrede zum 9. November 1938 in der Paulskirche. Er erzählte davon, wie nach übereinstimmenden Berichten von Zeitzeugen das Pogrom in Frankfurt am Morgen um fünf Uhr begann und der Rabbiner Georg Salzberger den Anruf erhielt, die SA verlange den Schlüssel für die Hauptsynagoge.

Salzberger wurde von der Gestapo festgenommen, später im KZ Dachau inhaftiert. Gleichzeitig begann die Zerstörung jüdischer Geschäfte. Die Gestapo startete mit der Verhaftung jüdischer Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren. Die Hauptsynagoge und auch die anderen Synagogen gingen in Flammen auf, Thorarollen wurden zerrissen, Kultgegenstände zerschlagen, Gebetbücher zertrampelt. Auf den Straßen hörte man die Parolen „Deutschland erwache, Juda verrecke!“

Renate Rede 9.11.2015  in der Budge-Stiftung Renate Wolter-Brandecker in der Budgestiftung Rede zur Reichskristallnacht  Foto: Wygoda

„Wir waren nicht mehr Frankfurter Bürger, sondern Juden“

Und Buddy Elias, der immer wieder nach Frankfurt kam, um in Schulen und in der Anne Frank-Stiftung über seine Erfahrungen zu berichten, der sich liebevoll um das Erbe seiner Cousine Anne Frank kümmerte, sagte:  „Für die Familie war Frankfurt mehr als eine Heimat. …Wir waren durch und durch Frankfurter gewesen, geprägt von der aufblühenden Handelsstadt, später von der bürgerlichen Bildung und Kultur. Das offene Frankfurt mit der direkten Sprache, dem Witz und der liberalen Kultur. Es war eine Umgebung, in der Jüdinnen und Juden mit der Aufklärung aufblühen konnten. So konnte etwa der Frank-Vorfahre Moritz Stern als erster jüdischer deutscher Professor für Mathematik an der Göttinger Universität lehren. Die Metropole am Main sollte in Europa das jüdische Zentrum werden, aus dem viele Bewegungen und wichtige rabbinische oder säkulare jüdische Denker hervorgehen sollten….Und auf einmal war alles zu Ende. Nun waren wir nicht mehr Frankfurter Bürger, sondern Juden. Deutsche Juden, bald staatenlos, ohne Reisepass. Alleingelassen, Menschen ohne Rechte.“

Hatten bis 1938 noch viele Menschen die Hoffnung, in ihrer Heimat bleiben und zumindest irgendwie in einem Ghetto überleben zu  können, so wurde nun klar, dass es zur Emigration keine Alternative mehr gab. Frankfurter Jüdinnen und Juden wanderten nicht mehr aus, wie es Jahre zuvor noch möglich war, sie waren massenhaft auf der Flucht.

Und bereits am Morgen des 10. November begannen die Verhaftungen. Über 3.000 Jüdinnen und Juden wurden in die Festhalle geschleppt, misshandelt, vom Südbahnhof aus in das Konzentrationslager Buchenwald abtransportiert.

Auf der berühmten Konferenz von Evian in Frankreich berieten im Juli 1938 Diplomaten aus 32 Ländern auf Anregung des US-Präsidenten Roosevelt mit Vertretern vieler jüdischer Organisationen über das Schicksal der Juden, die aus Nazi-Deutschland fliehen wollten. Beschlossen wurde ein Flüchtlingskomitee, doch kein Staat wollte sich wirklich in die inneren Angelegenheiten des NS-Staates einmischen, kein Staat lockerte seine Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge und wollte die Aufnahmequote erhöhen.

Wenn wir heute, am 9. November 2015, 78 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 uns an diese schrecklichen Ereignisse erinnern, dann wissen wir:  Wir brauchen diese Erinnerung, sie ist kein leeres Gefühl, das Erinnern an diese Zeit ist uns eine besondere Verpflichtung.

Was haben wir aus der Geschichte gelernt?

Hat die Geschichte des 9. November, die Zeit der NS-Diktatur überhaupt etwas mit unserer heutigen Zeit zu tun?

Heute haben wir eine Flüchtlingsbewegung, die es so bisher nicht gab. Es ist kaum vorstellbar, wie viele Menschen ihre Heimat verlassen haben und auf der Flucht sind vor Krieg, Verfolgung, Ermordung – wegen ihrer Religion, ihrer politischen Einstellung, wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit. Seit Wochen, seit Monaten sind sie unterwegs, Familien, Frauen  mit kleinen Kindern, viele Jugendliche und Kinder ohne Eltern. Alle, die unter großer Lebensgefahr zu uns kommen, kommen nicht etwa, weil sie so glücklich sind über unser Sozialsystem, sie kommen aus Verzweiflung und Not, weil sie keinen anderen Ausweg mehr in ihrer Heimat sehen.

Und was passiert heute in Deutschland?

Ich bin fassungslos, ich  bin tief betroffen, und wütend, wenn ich sehe, dass die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge täglich steigt. Ich bin fassungslos, wenn ich höre, wie viele Unterkünfte für Flüchtlinge in unserem Land in Brand gesteckt wurden. Und wieder wird über Einwandererquoten verhandelt, müssen Menschen sterben, die dringend die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft brauchen. Aber ich bin auch entschlossen, entschlossen wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, die hilft, die Verantwortung übernimmt und sich mit aller Kraft dagegen wehrt, dass sich Menschen in diesem Land nicht sicher fühlen können.

Wir müssen aufstehen und aktiv werden gegen Rassismus, gegen Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, wir dürfen nicht wegschauen, wir müssen hinschauen und uns einmischen.

Wir brauchen auch – entgegen vieler Debatten in den letzten Jahren, nun müsse man aber endlich einmal mit diesem Kapitel der Geschichte abschließen, man müsse nach vorne schauen – Gedenktage und Erinnerungsstätten, wir brauche die Orte der Erinnerung wie zum Beispiel die Gedenkstätte am Börneplatz an der Rückseite des Alten Jüdischen Friedhofs oder die Stolpersteine. Es gibt In Frankfurt es viele Orte des Erinnerns. Am 22. November wird nun endlich an der ehemaligen Großmarkthalle, heute an der Europäischen Zentralbank, ein weiterer Gedenkort eröffnet, ein Ort, an dem „die Weichen zu den Vernichtungslagern“ gestellt wurden. Dort wurden die Menschen, so berichteten Augenzeugen, bei gleichzeitigem Marktbetrieb, ins Untergeschoss der Großmarkthalle gebracht und von hier aus in Ghettos und Konzentrationslager transportiert. In 20 Transporten, der letzte am 14. Februar 1945, wurden 10.700 Juden deportiert, nur 578 überlebten. Auch mit dem äußeren Teil der Gedenkstätte, die jetzt eröffnet wird, soll auch im öffentlichen Raum die Erinnerung an die organisierte Ermordung der Juden wach gehalten werden.

Gedenkstunde Reichsprogromnacht_Budgestiftung Gedenkstunde in der Budgestunde Foto: Wygoda

Ich habe gestern die Gelegenheit gehabt, die Ergebnisse  eines wunderbaren deutsch-israelischen Filmprojektes zu sehen, das zum dritten Mal stattfand, zwischen der Kinder- und Jugend-Aliyah mit 12 Jugendlichen aus dem Jugenddorf Ayanot in Israel und 12 Jugendlichen der Max Beckmann-Schule, einem Oberstufengymnasium, in Frankfurt. Sie hatten eine schwierige Aufgabe zu bewältigen mit der Thematik: „Israel und Deutschland – Gestern – Heute – Morgen“. Die Jugendlichen stellten sich den gemeinsamen Themen wie Geschichte, Gesellschaft, Migration, Identität und setzten die Ergebnisse innerhalb von 3 Tagen filmisch um. Es sind faszinierende Filme entstanden.

„Unser Morgen ist eine bessere Zukunft als die Vergangenheit

Warum erzähle ich das?

Diese Jugendlichen hatten einen sehr unterschiedlichen Wissensstand über die Geschichte. Sie erkannten aber sehr schnell, dass sie keinen Film über die Zukunft machen können, ohne die Vergangenheit zu kennen und zu verarbeiten. Sie wurden neugierig, sie wollten sich informieren, und sie wollten diese schwierigen Dinge miteinander teilen, sie verstehen. Und sie wollten vor allem für die Zukunft etwas Gemeinsames schaffen. Sie sagten: „Unser Morgen ist eine bessere Zukunft als die Vergangenheit. Wir wollen eine friedliche Zukunft!“

Wir erinnern uns an die Vergangenheit,

Ein Verbrechen wie die Schoah darf es nie wieder geben!


Planungen für ein eigenständiges Kinder- und Jugendtheater sollen unverzüglich aufgenommen werden!

Frankfurt am Main 13.10.2015   „Statt jahrelanger Ankündigungspolitik soll sich der Magistrat endlich an die Arbeit machen und eine Konzeption für ein Kinder- und Jugendtheater vorlegen, damit das in der nächsten Wahlperiode auch gebaut und eröffnet werden kann“  erklärte die kulturpolitische Sprecherin Renate Wolter-Brandecker in einem Antrag der SPD-Fraktion.

Seit Jahren werde darüber diskutiert, dass ein Kinder- und Jugendtheater für Frankfurt wichtig sei, dazu habe es sogar eine öffentliche Anhörung und viele Diskussionen gegeben. „Doch passiert ist nichts, vollmundige Bekundungen des Kulturdezernenten, dieses Projekt in der nächsten Wahlperiode angehen zu wollen, bringen uns nicht weiter, es sind noch nicht einmal Planungen dafür aufgenommen worden“, kritisierte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die SPD-Fraktion fordert den Magistrat nun auf, unverzüglich ein Konzept für ein Kinder- und Jugendtheater vorzulegen. „Es soll geprüft werden, ob die städtische Liegenschaft am Paradieshof dafür geeignet ist oder andere Liegenschaften dafür in Frage kommen“, erklärte Wolter-Brandecker. Für diese städtische Liegenschaft seien bereits die Planungen für die Fliegende Volksbühne erarbeitet worden. „Die bisherigen Planungen könnten den Anforderungen an ein Kinder- und Jugendtheater angepasst werden, wenn man das wirklich will. Eine kulturelle Nutzung des Paradieshofes würde Sachsenhausen erheblich aufwerten. Ein Ve3rschieben in die nächste Wahlperiode ist feige und zeigt keine kulturpolitische Weitsicht der schwarz-grünen Koalition“, so Dr. Renate Wolter-Brandecker.


Der Kulturdezernent muss endlich aus dem Dämmerschlaf erwachen! Museum der Weltkulturen braucht eine verlässliche Perspektive für die nächsten Jahre!

Frankfurt am Main 20.7.2015  „Nach der fristlosen Kündigung der Leiterin des Museums der Weltkulturen, Clementine Deliss, benötigt das Museum zeitnah eine neue Leitung, eine inhaltliche Neuausrichtung und eine Lösung für die nach wie vor nicht gelöste Raumknappheit“, erklärte Renate Wolter-Brandecker.

„Für das Museum der Weltkulturen ist nicht nur ein personeller und inhaltlicher Neuanfang dringend notwendig, sondern auch die räumliche Perspektive muss geklärt werden, um die vielen wertvollen Objekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, forderte die SPD-Fraktion im Römer. Nach dem Scheitern der überdimensionierten Neubauplanung durch das Kulturdezernat sei jede Zukunftsplanung für das Museum der Weltkulturen ohne Notwendigkeit dem Rotstrich geopfert worden, obwohl vom Magistrat immer wieder lauthals die Bedeutung der Sammlung betont worden sei.

In einer Anfrage an den Magistrat will die SPD-Fraktion Antworten zu einer schnellstmöglichen Neubesetzung der Leitung und zur inhaltlichen Neuausrichtung des Museums. „In der Vergangenheit war die von der letzten Leiterin erfolgte inhaltliche Konzeption für das Museum der Weltkulturen in der Frankfurter Kulturszene sehr umstritten gewesen“, unterstrich die SPD-Kulturpolitikerin.

Die SPD-Fraktion fordere daher vom Magistrat, so bald als möglich eine klare Auskunft, ob das Museum der Weltkulturen künftig eigenständig weitergeführt werde oder ob eine Angliederung an ein anderes Museum geplant sei, sagte Wolter-Brandecker. Auch müsse nach wie vor diskutiert werden, ob eine Unterbringung des Museums auf dem Kulturcampus möglich sei.

Für die internationale Stadt Frankfurt sei  das Thema der Weltkulturen „von besonderer Bedeutung“. „Deshalb darf es keine lange Übergangszeit für dieses Museum geben“, mahnte Renate Wolter-Brandecker.

Es sei notwendig, dass der Magistrat endlich Farbe bekenne, ob er einen Erweiterungsbau für das Museum der Weltkulturen für notwendig und sinnvoll hält und welche Mittel dafür erforderlich seien. „Wegducken ist keine Lösung, es schadet dem Ansehen des Museums, ebenso wie dem der Stadt Frankfurt “, sagte die SPD-Politikerin.


Romanfabrik darf nicht in ihrer Existenz gefährdet werden!

„Der Romanfabrik helfen keine Lippenbekenntnisse, sie braucht die weitere finanzielle Unterstützung der Stadt“, fordert die Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr. Renate Wolter-Brandecker   

Frankfurt am Main 5.11.2014  Seit fast 30 Jahren existiere nun die Romanfabrik, und in dieser Zeit sei sie ein unverzichtbarer Teil der Frankfurter Literaturszene geworden. Das breite Spektrum von Autorenlesungen, das Literaturfest Metropolitan, das Philosophische Café, die zahlreichen musikalischen Veranstaltungen oder die Schreibwerkstatt gehörten seit langem zum Spektrum der Kulturarbeit. „Michael Hohmann und die Romanfabrik haben eine ausgezeichnete Arbeit geleistet und brauchen zur Fortführung dieser Arbeit dringend die Unterstützung der Stadt Frankfurt,“ erklärte Wolter-Brandecker. Die SPD-Fraktion werde sich für eine Erhöhung des bisherigen Etats einsetzen. Von Lippenbekenntnissen und von den Einnahmen einmaliger Benefizveranstaltungen könne das Defizit der Romanfabrik nicht aufgefangen und die Weiterarbeit im bisherigen Umfang nicht gewährleistet werden. „Wir fordern den Kulturdezernenten auf, der Romanfabrik den erforderlichen Zuschuss zu gewähren und im eigenen Literaturetat diese Summe einzusparen“, forderte die SPD-Politikerin. Dazu müssten die Eigenveranstaltungen des Kulturdezernates reduziert werden. Man könne nicht immer die Bedeutung der Literaturstadt Frankfurt hervorheben und dann eine der wichtigsten Einrichtungen in diesem Bereich ausbluten lassen. Wolter-Brandecker kritisierte in diesem Zusammenhang noch einmal scharf die Kürzungen der Landesförderung im Jahr 2010. Der Hessische Wissenschaftsminister sei gefordert, endlich diese Kürzungen rückgängig zu machen.


SPD fordert schnelle und gründliche Sanierung der bedeutenden Grabstätten Frankfurter Familien auf dem Peterskirchhof.

Frankfurt am Main 20.10.2014   „Seit  Jahren  verwittern  die für  die  Stadtgeschichte  Frankfurts so bedeutenden Grabstätten auf dem Peterskirchhof, das ist eine Schande für die Stadt Frankfurt“, erklärte die kulturpolitische  Sprecherin  Renate  Wolter-Brandecker  bei der Veröffentlichung einer in einer Anfrage ihrer Fraktion.

Peterskirchhof nördliche MauerGräber auf dem Petersfriedhof Foto: Wygoda

Der  Peterskirchhof,  der  von  1503  bis  1828,  bis  zur  Eröffnung des heutigen Hauptfriedhofs, der Begräbnisort Frankfurter Bürgerinnen  und  Bürger  war,  sei  die  Ruhestätte  bedeutender Frankfurter Familien, erläuterte die SPD-Kulturpolitikerin.  Doch die Gräber der Holzhausens, der Fürstenberger, der Stalburgs, der Bethmanns und auch das Grab von Goethes Vater  wurden über  viele  Jahre  dem  Verfall  preisgegeben.  „Der  Umgang  mit dieser  wichtigen  Erinnerungsstätte,  diesem  Teil  der  Stadtgeschichte  ist  ein  Trauerspiel.  Der  Magistrat  muss  endlich  Geld für  die  Sanierung  der  noch  zu  rettenden  Grabmale  bereitstellen“, forderte Renate Wolter-Brandecker.

Peterskirchhof westlcihe WandGräber auf dem Petersfriedhof Foto: Wygoda

Die  Grabmale  müssten  dringend  klassifizieret  und  fachmännisch so gut wie möglich  saniert werden.  Fachleute hatten die Kosten der Sanierung auf bis zu 5 Millionen Euro beziffert.  Die SPD-Fraktion will vom Magistrat wissen, wann die Mittel für eine Sanierung bereitgestellt werden, wie viele Grabmale noch gerettet werden könnten und wie viele bereits endgültig zerstört seien. „Beim Peterskirchhof muss schnellstens gehandelt werden,  sonst  ist  dieser  wichtige  Teil  Frankfurts  Geschichte  endgültig  untergegangen“,  kritisierte  Wolter-Brandecker.  Sie  verwies  darauf,  dass  im   kommenden  Jahr,  nach  der  Sanierung des Turms der Peterskirche, auch das Grünflächenamt die ihm unterstellten  Grünflächen  einer  Grundsanierung  unterziehen werden. Dafür sei dem Grünflächenamt bereits 2013 über eine Million  Euro  bereitgestellt  worden.  „Es  ist  umso  unverständlicher,  wenn  nicht  auch  die  Grabmale  nun  endlich  saniert  werden,  damit  sie  nicht  als  einziger  Teil  dieses  wichtigen  historischen  Ortes  der  Stadt  weiter  dem  Verfall  preisgegeben  sind. Für  die  Sanierung  der  Grabstätten  ist  das  Kulturdezernat  zuständig, das bisher tatenlos zugesehen hat“, kritisierte die SPD-Kulturpolitikerin.


Hinweis:

Unter dem Stichwort  “Parlamentsarbeit/ Reden”

Frankfurt am Main 9.7.2014 finden Sie meinen Redebeitrag zum Thema „Neukonzeption Theaterförderung“ 
in der 32. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 26. Juni

Das Internationale Theater im Ostend steht nach Kündigung durch neuen Eigentümer nach 16 Jahren zum 1.10.2014 vor dem Aus.

Frankfurt am Main 1. April 2014   „Das Internationale Theater in der Zoo-Passage hat sich in den vergangenen einen wichtigen Platz in der Frankfurter Internationalen Kultur erspielt, es kann nicht sein, dass dieses Theater pünktlich zur Eröffnung der Europäischen Zentralbank schließen muss“ , erklärte die kulturpolitische Sprecherin Renate Wolter-Brandecker in einer Anfrage der SPD-Fraktion an den Magistrat.

 

Ostend Internationales Theater Bühne und Lichtregie

 

 

 

 

 

Licht- und Tonregie im Internationalen Theater Foto: Wygoda

 

Jährlich produziertdas Internationale Theater im Ostend etwa 150 Aufführungen mit 1oo Gastspielen aus 25 Nationen, damit soll nach der kurzfristigen Kündigung durch die neue Eigentümergemeinschaft der Zoo-Passage nun Schluss sein. „Die bisherige Eigentümergemeinschaft hatte das Theater immer unterstützt und kulturelle Angebote im Ostend für einen wichtigen Beitrag im Stadtteil gehalten, das ist jetzt offensichtlich nicht mehr gewollt“, erklärte Renate Wolter-Brandecker. In einer Anfrage fordert die SPD-Fraktion den Magistrat zu einer klaren Stellungnahme auf, ob die Arbeit des Internationalen Theaters vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Ostend die Notwendigkeit der Erhaltung des Theaters sieht und alles unternimmt, um eine finanzierbare Ersatzspielstätte zu finden. „Das Internationale Theater ist ein Kulturzentrum mit wichtigen Funktionen, das aus der multikulturellen Metropole nicht wegzudenken ist, es ist die einzige mittlere Bühne Frankfurts, die der europäischen Kultur und den Konsulaten in Frankfurt Auftrittsmöglichkeiten bietet. Es ist absurd, dass dieses Theater in unmittelbarer Nähe der EZB nun pünktlich zu deren Eröffnung aus dem Ostend verschwinden soll“, kritisierte die SPD-Kulturpolitikerin.


Die Verwaltung blockiert und gefährdet die Kulturarbeit im Jugendladen Bornheim durch langjährige Entscheidungsprozesse.

Frankfurt am Main 4. März 2014   „Seit 2010 wartet der Jugendladen Bornheim auf die baurechtliche Genehmigung und hat nun die Betriebserlaubnis entzogen bekommen. Es ist eine Schande, wie lange die Verwaltung für ihre Entscheidungen braucht“, erklärte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Renate Wolter-Brandecker.

Jugendleiter Stefan Mohr im Atelierdes Jugendclub Bornheims  in der Naxoshalle

 

 

 

 

 

 

Jugendladen ohne Jugendliche. Nur der Leiter, Stefan Mohr, darf nach den Vorschriften des Brandschutzes  noch im Atelier in der Naxoshalle arbeiten. Foto: Wygoda

 

Seit 2006 bietet der Jugendladen Bornheim in der Naxoshalle eine vorbildliche Jugendkulturarbeit an. „Es ist völlig unverständlich, dass es seit 2010 nicht gelungen ist, endlich über eine baurechtliche Genehmigung zu entscheiden“, erklärte die SPD-Politikerin. Bereits im Jahr 2011 habe der Magistrat in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass eine Genehmigung noch nicht vorliege, weil die Finanzierung der erforderlichen Zugangs- und Rettungswege nicht geklärt sei. „Sowohl das zuständige Sozialdezernat als auch das Liegenschaftsamt haben die Entscheidung seit Jahren verschlafen“, kritisierte Wolter-Brandecker. Die Jugendlichen seien die Leidtragenden, denn sie dürften den Jugendladen Bornheim wegen dem Entzug der Betriebserlaubnis nicht mehr betreten.

In einer Anfrage an den Magistrat fordert die SPD-Fraktion Aufklärung über die Kosten für die Brandschutzmaßnahmen und die Dauer der Baumaßnahmen. Auch solle der Magistrat erläutern warum es seit 2010 nicht gelungen sei, über eine baurechtliche Genehmigung zu entscheiden. „Die lapidare Erklärung von Sozialdezernentin Professor Birkenfeld im Sozial- und Gesundheitsausschuss, der Jugendladen Bornheim dürfe aufgrund behördlicher Auflagen ihre Räume in der Naxoshalle nicht mehr betreten, zeigte unverständliches Desinteresse und Inaktivität, vom Interesse für die Arbeit der Jugendlichen und ihre Graffitikunst keine Spur“, sagte die Stadtverordnete aus dem Ostend.


Parlamentarische Anhörung “Filmfestivals und Filmreihen in Frankfurt” – Haus am Dom 19.02.2013

Protokoll- Auszug der Veranstaltung:

Frau Dr. Renate Wolter-Brandecker, Stadtverordnete (SPD) :            Titel Parlamentarsiche Anhörung Filmfestivals- und Reihen in FFM

Zunächst einmal herzlichen Dank für die wirklich lange und sehr konkrete Arbeit. Wir haben uns ja auch im vergangenen Jahr schon einmal getroffen. Und ich fand es jetzt sehr spannend, weil wir viele der Berichte in ähnlicher Form schon im letz­ten Jahr hatten, diese aber zum Teil viel mehr auf die Defizite ausgerichtet waren. Dass dies heute nicht der Fall war lag auch wohl daran, dass Christiane von Wahlert sehr streng war mit der Zeiteinteilung.

Im Eingangsstatement ist gesagt worden: „Wir brauchen nicht das ganze Jahr Film­festivals.” Wir haben in Frankfurt aber die Situation, dass wir eigentlich das ganze    Jahr über Festivals haben. Ist das jetzt ein Widerspruch, oder ist das kein Wider­spruch? Wir haben hier im Prinzip – darauf ist hingewiesen worden – fast in jedem Monat ein Filmfestival. Und wir haben gesehen, und das finde ich sehr spannend, dass wir sehr unterschiedliche Filmfestivals haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese ganzen Festivals jetzt zusammenpackt und sagt: Man macht jetzt ein wunderbares, großes Festival daraus, mit unter- Individualität und schiedlichen Abteilungen oder was auch immer. Ganz im Gegenteil: Ich finde wir sollten die Individualität und die Eigendynamik, die die einzelnen Festivals im Lau­fe dieser Jahre, zum Teil über einen sehr langen Zeitraum, entwickelt haben, stär­ken. Ich halte dass für sehr wichtig. Es hat sich – darauf hat Ralph Förg am Anfang hingewiesen – in dieser Stadt in den letzten Jahren eine ganze Menge geändert. Als wir die ersten Anträge für eine Frankfurter Film-Kommission geschrieben ha­ben, sind wir erst mal irritiert angeguckt worden: „Was soll denn überhaupt so et­was?”. Und als dann gesagt wurde, es wäre auch notwendig, dass man auch in Frankfurt Orte zeigt an denen Filme gedreht werden könnten und die überhaupt spannend sind, wurde man genauso komisch angeguckt. Das hat sich dann im Laufe der Jahre geändert und ich glaube es ist gut – und das ist genau die Arbeit, die das Filmhaus ja auch leistet – immer wieder konstant darauf hinzuweisen. Was ich ganz spannend fand: Wir hatten gestern Abend den „Abend der Kommunika­tionswirtschaft” hier in Frankfurt. Und siehe da, der Wirtschaftsdezernent hat ges­tern Abend voller Begeisterung auf die Filmlandschaft in Frankfurt und die sich entwickelnde Bedeutung dieser Stadt als Filmstadt hingewiesen. Und das ist, glau­be ich, genau der Punkt, an dem wir auch als Politiker mal weiter nachhaken müs­sen. Man kann nicht nur einfach sagen: „Wir sind die aufstrebende Filmstadt”, sondern ich glaube, dass man dafür auch wirklich etwas tun muss. Und das ist für manche Filmfestivals sehr viel einfacher – Claudia Dillmann hat das erzählt – mit einem wunderbaren Haus und mit dem wunderbaren Festival „Lucas”, dass dann auch jedes Jahr im Filmmuseum stattfindet. Und ich finde das immer wunderbar wenn man die Begeisterung gerade der Kinder sieht, die auch in der Jury mit inte­griert sind, mit welcher Energie und mit welchem erstaunlichen Durchhaltevermö­gen und mit welcher Kraft sie auch Filme bewerten können. Das ist wirklich ein Potenzial, das in Frankfurt von Anfang an gefördert wird und das halte ich für einen der ganz wichtigen Punkte. In dem man Kinder schon in diese Jury lässt, indem man Kinder diese Filme sehen lässt, sorgt man dafür dass diese Kinder später garan­tiert auch ins Kino gehen. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Diese Kinder gucken sich, glaube ich, mit großer Offenheit auch weiter alle anderen Filme an und sind offen für die Festivals, die wir in dieser Stadt haben.

Ich darf ja auch nicht wesentlich länger reden als die anderen, davon gehe ich mal aus. Ich glaube, folgendes zieht sich für mich so durch bei den einzelnen Festival­machern: Der Wunsch und die Forderung, verpackt in der Aussage: „Wir haben alle ein Defizit, wir machen es überwiegend ehrenamtlich.” Das Filmhaus und derglei­chen seien da außen vor gelassen, denn manche verfügen über ein bisschen Unter­bau. Aber weithin muss die Arbeit ehrenamtlich geleistet werden. Und diese eh­renamtliche Arbeit wird immer schwieriger, denn die Leute haben einfach auch nicht mehr so viel Zeit und können nicht rund um die Uhr für solche Sachen zur Verfügung stehen.

Deshalb: Man braucht eine Grundförderung, das ist für mich eine Selbstverständ- Grundförderung lichkeit. Ohne die Förderung auf Dauer geht es nicht. Und man braucht vor allem die Räumlichkeiten. Das ist, glaube ich, auch nochmal sehr stark zum Ausdruck gekommen und es zieht sich auch durch alle Festivals durch. Für manche Festivals ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihre Filme irgendwo zeigen können. Bei der Nippon Connection wird es hoffentlich auch ein guter oder sagen wir mal sogar ein besserer Ort als vorher. Aber für den großen Teil der Festivals ist es wirklich sehr schwierig, Jahr für Jahr neu zu schauen, ohne erst mal die Finanzierung sicherge­stellt zu haben. Und ich finde die Forderung nach dauerhafter Förderung absolut berechtigt. Wie sie jetzt umzusetzen ist, bei der Stadt oder auch beim Land, das ist nochmal die zweite Frage, der wir uns dann stellen müssen. Aber ich finde die For­derung sehr berechtigt. Ohne eine sichere, halbwegs abgesicherte Grundausstat­tung, die sicher nicht alles umfassen kann, werden die Festivals nicht auf Dauer in dieser Stadt erhalten bleiben können. Und die Frage ist: „Brauchen wir einen” oder besser „brauchten wir einen Aufführungsort?”. Absolut, wir brauchten und brau­chen ihn. Ich glaube da brauchen wir aber auch nochmal eine ganze Reihe von Bohrern, die die dicken Bretter durchbohren können. Das werden wir nicht in die­sem Jahr, und wahrscheinlich auch nicht im nächsten Jahr hin bekommen. Aber das muss absolut ein Ziel sein. Und ich kann dazu nur sagen, mir ist es völlig egal ob die Förderung aus dem Kulturhaushalt kommt oder ob die Förderung aus dem Wirt­schaftshaushalt oder Wirtschaftsetat kommt. Das ist für mich relativ egal, denn ein Teil der Förderung muss auf jeden Fall aus dem Haushalt der Stadt Frankfurt kom­men. Ich hoffe sehr, dass wir das Land Hessen auch noch dazu bekommen. Aber ob das jetzt das eine Dezernat ist oder das andere Dezernat, oder ob der Wirtschafts­dezernent sagt es ist ein Teil der Strahlkraft für diese Stadt, das ist mir völlig egal. Sondern wichtig ist, dass diese unterschiedlichen Bereiche auch intensiv zusammenarbeiten und einer dem anderen praktisch bestätigt wie wichtig das ist. Da­nach können wir, glaube ich, der Frage nach einem großen, internationalen oder bedeutendem Festival nachgehen, wie dass Herr Suchsland in seiner Eingangsrede angesprochen hat. Gerade für den jungen Film wäre das vorstellbar. Ich finde es eine faszinierende Idee. Aber da müssen sich, glaube ich, erst die Leute zusammen­finden, die diese Forderung dann auch entsprechend aufgreifen. Ein internationa­les Festival, das Frankfurt nochmal besondere Strahlkraft verleiht, ist sicher eine wunderbare Idee. Aber ich glaube das Entscheidende ist, jetzt erst einmal die bestehenden Festivals wirklich abzusichern und ihnen die Chance zu geben, sich entsprechend finanziell weiterzuentwickeln.

Herzlichen Dank.


Schwarz-grüne Koalition fordert Zusammenlegung thematisch verwandter Museen

Frankfurt am Main 10.2.2014  „Als  „folgenlose  Ankündigungspolitik“  kritisierte  die  kulturpolitische  Sprecherin  der  SPD-Fraktion,  Renate  Wolter- Brandecker  das  „kulturpolitische  Positionspapier  für Frankfurt“  der  CDU-  Fraktion  und  des  Kulturdezernenten, in dem von  einer  möglichen  Zusammenlegung Frankfurter  Museen,  um Kosten  einzusparen,  die Rede sei.  In Wirklichkeit  aber  sei  „nichts  passiert“,  erklärte  die  SPD- Stadtverordnete.

Im Oktober 2013  habe die CDU-Fraktion im Römer gemeinsam  mit dem Kulturdezernenten Prof. Semmelroth (CDU),  eine Prüfung gefordert,  ob durch eine organisatorische und eine  räumliche Zusammenfassung thematisch verwandter  Museen ein kultureller  Mehrwert  erreicht  und  gleichzeitig  Kosten  in  nennens-wertem  Umfang  eingespart  werden  können.  In  dem  Papier wurden das Historische und das Archäologische Museum sowie das  Institut für Stadtgeschichte  genannt,  bei denen eine solche Prüfung vorgenommen werden soll. „Seitdem ist nichts passiert,  das  war  mal  wieder  eine  Luftnummer  der  CDU-Fraktion,  um davon abzulenken, dass der Kulturdezernent nicht die Sparvorgaben  des  Kämmerers  erfüllt“,  kritisierte  Wolter-Brandecker. Die CDU habe noch nicht einmal eine Anfrage an den Magistrat  gerichtet,  um  ihre  Vorstellungen  prüfen  zu  lassen.  Die  SPD-Fraktion fordert  in einer Anfrage an den Magistrat nun  eine  Er klärung,  ob  mit  den  entsprechenden  Institutionen  bereits  gesprochen  wurde,  welche  Leitungsstrukturen  dort  eingespart  werden  sollten  und  was  denn  der  Magistrat  unter  „Kosteneinsparungen in nennenswertem Umfang“  durch solche Veränderungen  versteht.  „Das wilde Spekulieren über die Zusammenlegung  von  Museen  fördert  nicht  die  Motivation  der  Mitarbeiter  und  schadet  dem  Ansehen  der  Museumslandschaft  in  Frankfurt“, unterstrich die SPD-Kulturpolitikerin.